Streaming, die unsichtbare Klimasünde?

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Streaming, die unsichtbare Klimasünde?

Streaming: Gerade in Zeiten des Corona-Virus und der Wahrscheinlichkeit eines Lockdowns, möchten sich viele auf die entspannenden und ablenkenden Effekte von Streamingplattformen wie Netflix, Youtube und Co. verlassen. Die Angst, dass diese Angebote heruntergefahren werden könnten, um die Systeme nicht zu überlasten, ist gross und weist darauf hin, wieviel Energie diese Praktiken benötigen.

Streaming: Miserabler ökologischer Fussabdruck

Laut einer Statistik standen in der Schweiz im letzten Jahr das online Musikhören und das Videos schauen sowie das Herunterladen dieser Inhalte, an erster Stelle des Internetkonsums. Spotify, Apple Music, Netflix, Youtube und Co haben in den letzten Jahren an Stellenwert enorm zugenommen. Problematisch an diesen Gewohnheiten, sowie am Internet ganz allgemein, ist, dass die Auswirkungen auf den Planeten für den Endnutzer nicht direkt sichtbar sind, sowie es beispielsweise bei einer Plastikflasche ist. Aber dennoch belastet jede unserer Handlungen den Planeten auf die eine oder andere Weise und Streaming steht da hoch im Kurs. Die grosse Beliebtheit von Streaminganbietern sowie die Videotelefonie führen dazu, dass sich der Ausstoss von Treibhausgasen seit 2013 verdoppelt hat!

Streaming braucht viel Energie

Laut der Clicking Clean Untersuchung von Greenpeace machte 2015 das Videostreaming 63% der globalen Internetnutzung aus. Die Energienutzung der Geräte wird zwar ständig verbessert, zugleich konsumieren wir aber auch immer mehr Daten.

Die Belastung geht zum einen vor allem auf die Rechenzentren zurück: Darin befinden sich die Server, auf welchen die ganzen Inhalte gespeichert sind. Weil diese oft konstant laufen, müssen diese mit Kühlanlagen vor der Überhitzung bewahrt werden. Zugleich frisst die Übertragung der Daten, insbesondere bei grösseren Dateien, wie Videos, eine grosse Menge an Energie. Zum Vergleich: Ein Youtube Video von 10 Minuten entspricht 250 Stunden Leuchtdauer einer 60 Watt Glühbirne. Aber auch die Herstellung und Nutzung der Geräte brauchen sehr viel Energie.

Energieproduktion gefordert

Diese Energie muss hergestellt werden, was auf nachhaltigere Weise und weniger nachhaltigere Weise geschehen kann. Nehmen wir den Vergleich Netflix vs. Youtube: Weil sie seit Beginn ein grosses Wachstum aufzeichneten, hat Netflix keine eigenen Rechenzentren, sondern benutzt die von Amazon Web Services. Laut dem Clicking Clean Report von Greenpeace beziehen diese nur 17% der Energie aus erneuerbaren Quellen. 30% beziehen sie aus Kohle und 26% aus Atomenergie. Aber Youtube, welches zu Google bzw. Alphabet gehört, macht vor, wie es anders geht. Sie beziehen 56% aus erneuerbaren Quellen, nur 14% aus Kohle und 10% aus Atomkraft und erhalten dementsprechend von Greenpeace Note „A“. Auch wenn sich Youtube ebenfalls bei seinen Energielieferanten noch fester engagieren kann, ist es doch eine enorme Verbesserung gegenüber Netflix.

Nicht nur die Energiegewinnung hat einen CO2-Abdruck, auch jede einzelne Suchanfrage ist mit Treibhausgasen verbunden, da diese über verschiedene Server geleitet werden muss. Eine einzelne Google- Suchanfrage stösst zwischen 0,2 bis 7 Gramm Co2 aus, wobei 7 Gramm dem Aufkochen von Teewasser entsprechen. Das Streamen von Videos ist deshalb besonders gravierend, weil es sich in der Regel um grosse Dateien handelt. Diese benötigen beim Übertragen mehr Energie.

Zurück zu den DVDs?

Auch wenn das Streaming von Videos eine Klimabelastung darstellt, sind DVDs auch nicht wirklich eine nachhaltige Alternative. Hier fällt viel Müll an. Wichtig ist es, nicht den gesamten Tag im Hintergrund Videos laufen zu lassen, sondern einfach die Sendungen zu schauen, die man wirklich sehen möchte. Den Konsum von Videos könnte demnach als eine Art „nachhaltiges Leben für Fortgeschrittene“ betrachtet werden.

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